• Ernährung bei Arthrose - worauf kommt es an

    Ernährung bei Arthrose - worauf kommt es an?

    Lebensmittel können Entzündungen reduzieren und Knorpel schützen

    Arthrose ist nicht heilbar. Allerdings haben Betroffene durchaus die Möglichkeit, selbst zur Besserung ihrer Beschwerden beizutragen. Neben einer Schmerztherapie kann der Einsatz von Hilfsmitteln wie diskret unter der Kleidung getragene Orthesen helfen, die Schmerzen zu reduzieren und wieder mehr Aktivität möglich zu machen. Aktivität stellt eine Säule des Arthrosemanagements dar, die Ernährung eine wichtige zweite Säule.

    Vor allem übergewichtigen Patienten wird empfohlen, Pfunde zu verlieren, um die Gelenke zu entlasten. Denn Übergewicht kann sowohl für die Entwicklung als auch das Fortschreiten von Arthrose ein Risikofaktor sein. Jedes Kilo macht sich mit einer dreifachen Belastung der Kniegelenke bemerkbar.

    Selbst Betroffene, die nicht übergewichtig sind, müssen darauf achten, was sie täglich zu sich nehmen. Denn mit der eingeschränkten Bewegungsfähigkeit und einer mangelnden körperlichen Aktivität geht häufig auch eine Verlangsamung des Stoffwechsels einher. Im Verlauf der Erkrankung muss häufig eine unerwartete Zunahme an Körpergewicht festgestellt werden.

    Da die Entwicklung von Entzündungen im Körper von der Ernährung beeinflusst werden kann, sollten Arthrose-Patienten ihre Essgewohnheiten überprüfen und anpassen. Denn eine ausgewogene und an persönlichen Bedürfnissen orientierte Ernährung kann die Schmerztherapie wirksam unterstützen. Ernährungsexperten raten, bei der Zusammenstellung der täglichen Nahrung nach Möglichkeit darauf zu achten, dass:

    • die verzehrten Lebensmittel nicht zu einer Gewichtszunahme führen
    • übergewichtige Patienten vor allem kalorienarme Nahrungsmittel zu sich nehmen
    • keine übersäuernden Nahrungsmittel verzehrt werden, die Entzündungen fördern
    • entzündungshemmende Lebensmittel bevorzugt gegessen werden
    • vermehrt Lebensmittel genossen werden, die Knorpel schützen können.

    Wer Gewicht verlieren möchte, sollte sich nach einem Programm umsehen, dass er auch wirklich umsetzen kann. Ein effektiver, aber nicht ganz leichter Schritt ist der konsequente Verzicht auf Zucker, der auch in vielen Fertiglebensmitteln versteckt ist. In Studien konnte gezeigt werden, dass bereits nach einem Monat eine deutliche Reduzierung des Gewichtes erreicht werden konnte.

    Wer entzündungsfördernde Nahrungsmittel meiden möchte, sollte maximal ein- bis zweimal in der Woche Fleisch und tierische Lebensmittel essen, zu denen auch Milch, Milchprodukte, Butter und Eier gehören. Denn die darin enthaltenen Arachidonsäure und Omega-6-Fettsäuren feuern Entzündungen an. Schwefelhaltige Aminosäuren im Fleisch können die Nährstoffversorgung in den Zellen zusätzlich verschlechtern. Ein Ersatz für Wurst, Schinken oder Käse können vegane Brotaufstriche sein. Statt Fleisch ist der Verzehr von Fischarten wie Hering oder Matjes ratsam, da sie wertvolle Omega-3-Fettsäuren enthalten.

    In einem für Arthrose-Patienten optimierten Speiseplan dürfen vor allem entzündungshemmende und nährstoffreiche Lebensmittel nicht fehlen, die für die Gesundheit der Knorpel wichtig sind. Als Basis der Ernährung sind Vollkornreis, Hirse, Buchweizen, Amaranth und Quinoa optimal. Einen Großteil der täglichen Nahrung sollten Gemüsesorten mit einem hohen Nährstoffgehalt, wie Brokkoli oder Spinat, ausmachen.

    Ebenfalls zu empfehlen ist der Verzehr von Beeren und frischen Kräutern. Nüsse und frische Früchte sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. In der Regel ist regionalen und saisonalen Produkten der Vorzug zu geben. Generell gilt: je frischer, desto besser. Weitere Informationen zur Ernährung bei Arthrose und praktische Tipps erhalten Sie hier.

  • Fastenzeit: Eine geeignete Methode zur Gewichtsreduktion für Arthrosepatienten?

    Fastenzeit: Eine geeignete Methode zur Gewichtsreduktion für Arthrosepatienten?

    Übergewichtigen Patienten mit Kniearthrose wird empfohlen, abzunehmen. Denn nicht nur die mechanische Belastung macht den Gelenken zu schaffen. Doch wie verliert man am besten an Gewicht? Ist Fasten eine sinnvolle Alternative für Arthrosepatienten? Erfahren Sie worauf es dabei ankommt.

    Zum Beginn der Fastenzeit spielen viele übergewichtige Arthrosepatienten mit dem Gedanken, abzuspecken. Denn ein geringeres Gewicht kann dazu beitragen, dass die Schmerzen zurückgehen und die Funktionsfähigkeit der Knie verbessert wird. Zudem konnten Wissenschaftler inzwischen nachweisen, dass Botenstoffe, die vom Fettgewebe produziert werden, am Abbau von Gelenkstrukturen beteiligt sind und so Beschwerden auslösen und verschlimmern können. Weniger Fettgewebe bedeutet also weniger gelenkzerstörende Stoffe.

    Traditionelle Fastenzeit

    In der traditionellen Fastenzeit wird für die 40 Tage von Aschermittwoch bis Gründonnerstag die Nahrungsaufnahme auf eine volle Mahlzeit und zwei kleinere Stärkungen reduziert. Zusätzlich gilt an allen Freitagen der Verzicht auf Fleisch. Stattdessen wird häufig Fisch gegessen. Dieser enthält wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die Entzündungen in den Gelenken reduzieren können. Die generell verringerte Kalorienzufuhr kann Fettpolster schmelzen lassen.

    Fasten in den Alltag integrieren

    Auch unterjährig kann man eine Fastenkur in den Alltag integrieren. Klassische Formula-Diäten, die über ein paar Wochen durchgehalten werden müssen, haben den Nachteil, dass sie oft nur wenige Mineralstoffe beinhalten. Während der Diätphase stellt sich der Stoffwechsel rasch auf die geringe Kalorienzufuhr ein. Ist die Diät beendet, kehren die Betroffenen häufig wieder zu ihren üblichen Ernährungsgewohnheiten zurück und das Gewicht ist schnell wieder drauf.

    Ernährungsmediziner plädieren stattdessen für therapeutisches Fasten. Eine klassische Fastenkur läuft nach einem festen Muster ab, das mit einer gründlichen Darmreinigung beginnt und neben Entlastungs- und Aufbautagen vor allem eine reichliche Flüssigkeitszufuhr umfasst. Wer keinerlei Erfahrung damit hat, sollte unter ärztlicher Aufsicht fasten - möglicherweise im Rahmen eines Kuraufenthalts oder einer betreuten Fastenreise.

    Bessere Gelenkfunktion – höheres Wohlbefinden

    Wie wirksam Heilfastenkuren für Arthrosepatienten sein können, haben Studien bereits belegt. Bereits 15 Tage Saftfasten unter ärztlicher Anleitung können Schmerzen reduzieren, sowie die Gelenkfunktion und das Wohlbefinden verbessern. Häufig können sogar Schmerzmittel eingespart werden. Ein weiteres Plus der Fastenkuren liegt darin, dass die Erfolge viele Betroffene zu einer dauerhaften Änderung ihrer Ernährungsgewohnheiten animieren.

    Intervallfasten im Alltag

    So genanntes Intervall-Fasten ist eine Fastenmöglichkeit, die sich besonders gut in den Alltag von Arthrosepatienten integrieren lässt. Zudem kann sie immer wieder zwischendurch ohne besondere Vorbereitung praktiziert werden. Generell stehen verschiedene Varianten zur Auswahl. Die 16/8-Methode sieht vor, dass an acht Stunden am Tag gegessen werden darf und in der übrigen Zeit lediglich getrunken wird. Bei der 5/2-Methode wird an fünf Tagen in der Woche normal gegessen und an zwei Tagen die Kalorienzufuhr auf 500 (Frauen) beziehungsweise 600 (Männer) Kilokalorien reduziert. Fortgeschrittene können an diesen Fastentagen auch ganz auf feste Nahrung verzichten und damit einen höheren Gewichtsverlust erzielen.

    Ernährungsumstellung empfohlen

    Unabhängig davon, mit welcher Fastenmethode Kniearthrose-Patienten ihre Schmerzen und ihr Gewicht reduzieren, ist es generell sinnvoll, auf eine entzündungshemmende Ernährung umzustellen. Für die Gelenkgesundheit ist nämlich nicht nur von Bedeutung wie viel Betroffene zu sich nehmen, sondern vor allem was. Der Verzicht auf Nahrungsmittel, die eine Gelenkentzündung anheizen, kann für den Krankheitsverlauf eine erhebliche Rolle spielen.

    Bewegung unverzichtbar

    Gleichermaßen von Vorteil für die Gewichtsabnahme und die Gelenkgesundheit ist regelmäßige Bewegung. Schonende Sportarten, wie Nordic Walking oder Wandern können die Muskulatur stärken und damit zur Stabilisierung des Bewegungsapparates beitragen. Um die Belastung der Kniegelenke möglichst gering zu halten, können wissenschaftlich gut untersuchte Orthesen dabei sinnvolle Unterstützung leisten.