• Welche Auswirkungen haben Knorpelschäden auf das Kniegelenk?

    Welche Auswirkungen haben Knorpelschäden auf das Kniegelenk?

    Arthrose beginnt immer mit einer Schädigung des Gelenkknorpels. Dieser spielt im gesunden Gelenk eine zentrale Rolle. Er dient als Schutzschicht für die Knochenenden, die im Gelenk aufeinandertreffen. Er polstert die Gelenke ab und sorgt dafür, dass sie sich leicht und geschmeidig bewegen (sodass die Knochen bei Bewegung aneinander vorbeigleiten können). Zudem schützt er den Knochen vor Abnutzung und Beschädigung.

    Wie sieht die anatomische Struktur von Knorpelmasse aus?

    Die Geschmeidigkeit und Haltbarkeit von Knorpel ergeben sich aus seiner spezifischen anatomischen Struktur. Er besteht nur zu etwa einem Prozent aus lebenden Knorpelzellen, den sogenannten Chondrozyten. Sie sind verantwortlich für die Bildung der Knorpelsubstanz, der extrazellulären Matrix. Langkettige Proteinzuckerverbindungen (Proteoglykane) weisen eine hohe Wasserbindungskapazität auf und dafür sorgen, dass der Knorpel letztendlich zu 60–70 % aus Wasser besteht, dem Hauptbestandteil dieser Matrix. Dieses Wasser dämpft die Hauptlast des Gelenks ab und wird dabei auch von Kollagenfasern unterstützt.

    Was sind die Schwächen von Knorpelmaterial?

    So stabil und belastbar der Gelenkknorpel auch sein mag, er hat eine Schwäche: Er ist nicht durchblutet und muss alle wichtigen Nährstoffe aus der Synovialflüssigkeit erhalten.

    Die Synovialflüssigkeit füllt den Gelenkspalt zwischen den Knorpeln aus und durchtränkt und versorgt das Knorpelgewebe mit Nährstoffen. Zugleich sorgt sie für den Abtransport von Abfallstoffen. Der wichtigste Bestandteil der Synovialflüssigkeit neben Wasser ist die Hyaluronsäure, eine Substanz, die Viskosität und Gleitfähigkeit sicherstellt. Die spezielle Art der Versorgung macht den Knorpel einerseits besonders belastbar, ist aber andererseits nicht so effektiv wie eine Versorgung mit Blut. Das bedeutet, dass geschädigtes Knorpelmaterial sich nur schwer und erheblich schlechter regeneriert als andere Gewebearten.

    Mit zunehmendem Alter häufen sich Knorpelschäden an, die Wasserbindungsfähigkeit sinkt und Qualität und Konzentration der Hyaluronsäure in der Synovialflüssigkeit können abnehmen. Das Ergebnis ist oft Arthrose, wobei zunächst der Knorpel, später aber auch die Knochen einem zunehmenden Verschleiß unterliegen.